Einleitung
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Wenn der Architekt mit seiner Arbeit beginnt, sind wesentliche Entscheidungen
schon gefallen, die Weichen bereits gestellt. Wie sich der große Rahmen
entwickelt, in dem sich die Architektur bewegt, scheint von großen Bewegungen
bestimmt, die der Architekt nicht beeinflussen kann. Attraktive und
prosperierende Orte auf der einen, schrumpfende und stagnierende auf der
anderen – manchmal liegen sie nicht einmal weit voneinander entfernt.
Migration, Digitalisierung, demografische und ökonomische Entwicklung, all
das wirkt auf die Möglichkeiten, als Architekt noch eine gesellschaftlich
verantwortliche Rolle einzunehmen – zum Beispiel auf die Bodenpreise, von
denen wesentlich abhängt, ob sich bezahlbares Wohnen realisieren lässt.
Kann Planung in einem größeren Maßstab hieran etwas ändern? Oder ist sie
den politischen Strömungen ausgeliefert, sind Liberalisierung, Privatisierung
des öffentlichen Raums, öffentliches Meinungsbild stärker? Wenn Planung
auch nichts an den Ursachen von Benachteiligungen ändern kann, kann sie
deren Wirkungen im besten Fall mildern? Welche Steuerung ist sinnvoll,
welche Offenheit muss bleiben?