Einleitung
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Letztes Jahr löste die Nachricht, dass ein bekanntes Designunternehmen jetzt Luxushäuser entwirft, Erstaunen bei den Architekten aus. Konnte es sein, dass das, was sie in 4-5jährigem Studium gelernt und bisher in zeit- und kommunikationsintensiver Planungsarbeit zusammen mit individuellen
Bauherren realisiert hatten, plötzlich von Fachfremden „von der Stange“ angeboten wird? Können Designer Architektur? Ist Architektur „nur“ Design? Und sind nicht „maßgeschneiderte Fertighäuser“ ein Widerspruch in sich? Das Luxussegment der Konsumartikel blieb lange Zeit von Rationalisierung
und Kostenoptimierung verschont. Was aber, wenn „der Markt“ neuerdings Luxushäuser wie andere Konsumartikel ein bisschen billiger im Internet bestellen möchte? Ist die richtige Marke alles?
Angesichts globaler Urbanisierung stellt sich noch eine ganz andere Frage: ist der Luxus von Individualität überhaupt noch haltbar, wenn die meisten Menschen aus finanziellen, ökologischen, demografischen oder raumplanerischen Gründen zu einem Leben im verdichteten Wohnbau „gezwungen“ sind?