09 Okt 2017

42. Wechselgespräch

Planlos Schrumpfen und wachsen?

19 Uhr im WECHSELRAUM
mit OB Barbara Bosch, Reutlingen
Prof. Martin zur Nedden, Leiter Deutsches Institut für Urbanistik, Berlin
Dr. Wilhelm Klauser, InD-initialdesign, Berlin/Paris

Moderation: Christian Holl, Architekturpublizist, Stuttgart

Wenn der Architekt mit seiner Arbeit beginnt, sind wesentliche Entscheidungen schon gefallen, die Weichen bereits gestellt. Wie sich der große Rahmen entwickelt, in dem sich die Architektur bewegt, scheint von großen Bewegungen bestimmt, die der Architekt nicht beeinflussen kann. Attraktive und prosperierende Orte auf der einen, schrumpfende und stagnierende auf der anderen – manchmal liegen sie nicht einmal weit voneinander entfernt. Migration, Digitalisierung, demografische und ökonomische Entwicklung, all das wirkt auf die Möglichkeiten, als Architekt noch eine gesellschaftlich verantwortliche Rolle einzunehmen – zum Beispiel auf die Bodenpreise, von denen wesentlich abhängt, ob sich bezahlbares Wohnen realisieren lässt. Kann Planung in einem größeren Maßstab hieran etwas ändern? Oder ist sie den politischen Strömungen ausgeliefert, sind Liberalisierung, Privatisierung des öffentlichen Raums, öffentliches Meinungsbild stärker? Wenn Planung auch nichts an den Ursachen von Benachteiligungen ändern kann, kann sie deren Wirkungen im besten Fall mildern? Welche Steuerung ist sinnvoll, welche Offenheit muss bleiben?

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