13 Nov 2017

43. Wechselgespräch

Respekt – Denkmal oder Bausünde?

19 Uhr im Wechselraum
mit Prof. Johannes Kister, Kister Scheithauer Gross, Köln
Dietrich Lohmann, Lost Architekten, Basel
Prof. Dr. Claus Wolf, Landesamt für Denkmalpflege, Esslingen

Moderation: Burkhard Fröhlich, Chefredakteur DBZ Deutsche Bauzeitschrift, Gütersloh

Noch immer gelten Kirche, Schloss und Fachwerkhaus als Inbegriff des Baudenkmals. Doch wie steht es mit Großwohnsiedlungen, Einkaufszentren oder Campus-Unis? Die 1960er- und 70er-Jahre waren eine Zeit des gesellschaftlichen Aufbruchs. Das Alte wurde über Bord geworfen, in den Städten war wieder Geld da, um Baulücken zu schließen. Frischer Wind war die Philosophie hinter den Bauten der damaligen Zeit, der Glaube an Fortschritt und Aufstiegsmöglichkeiten für Alle. Heute bleiben diese Bauten ein schwieriges Erbe: oft zu groß, schwer zu nutzen und in schlechtem Zustand. So droht die Architektur einer ganzen Generation zu verschwinden, bevor sich die Gesellschaft ihrer potenziellen historischen oder künstlerischen Bedeutung bewusst werden konnte. Die Debatten um Erhalt, Instandsetzung, Anpassung oder Abriss bedürfen einer systematischen Auseinandersetzung. Welche Werte und Wahrnehmungen knüpfen sich an die Architektur der späten Moderne? Sind Betonriesen überhaupt erhaltenswert? Mit welchen Begründungen und Strategien gelangen Bauten dieser Zeit auf die Denkmallisten?

Bilder